IP69K
- Aktualisiert:
- Verfasst von: Kevin van Mierlo
Was ist IP69K?
Definition
IP69K ist eine Schutzklasse, die angibt, dass Geräte vollständig staubdicht sind und heißem Wasser unter hohem Druck aus verschiedenen Richtungen standhalten. Diese Schutzklasse findet sich vor allem in Umgebungen, in denen Reinigung keine Ausnahme, sondern tägliche Praxis ist. Dazu zählen Fahrzeuge, die Lebensmittelverarbeitung, landwirtschaftliche Maschinen und industrielle Anwendungen.
| IP-Schutzklasse | Bedeutung |
|---|---|
| Erste Ziffer: 6 | Vollständiger Schutz gegen Staubpartikel |
| Zweite Ziffer: 9 | Schutz vor Wasserstrahlen mit sehr hohem Druck (80 bis 100 bar) |
| Zusätzliches Zeichen: K | Bezeichnet die spezifischen Prüfbedingungen, mit denen nachgewiesen wird, dass ein Produkt einer Reinigung mit heißem Wasser unter hohem Druck standhält. |

In der Norm ISO 20653 wird offiziell häufig die Bezeichnung IP6K9K verwendet, sodass Sie auch auf diese Formulierung stoßen können. Der Buchstabe K steht für eine spezifische, strengere Prüfmethode, die ursprünglich für Straßenfahrzeuge entwickelt wurde. In der offiziellen Norm ISO 20653 wird dieses „K“ hinter jeder Ziffer angefügt, wenn diese spezifische Prüfmethode angewendet wurde. In der Produktdokumentation wird meist IP69K angegeben, um die Übersichtlichkeit zu wahren.
Wie wird IP69K getestet?
Der IP69K-Test simuliert eine intensive Hochdruckreinigung, wie sie bei Lkw, Aufliegern, landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Industriemaschinen vorkommt. Es handelt sich also nicht um einen einfachen Sprühtest, sondern um eine anspruchsvolle Praxisprobe. Die Methode ist in der Norm ISO 20653 festgelegt und verwendet Prüfbedingungen, die bei anderen IP-Klassen nicht zu finden sind.
- Wassertemperatur: 80 °C
- Druck: 80 bis 100 bar
- Abstand der Sprühdüse: 10 bis 15 cm von der Oberfläche
- Wasserdurchflussmenge: 14 bis 16 Liter pro Minute
- Sprühwinkel: 0°, 30°, 60° und 90°
- Dauer pro Ecke: 30 Sekunden
- Rotierende Plattform: 5 Umdrehungen pro Minute
Bei diesem Test wird das Produkt auf eine Drehscheibe gesetzt und von vier Seiten mit Wasser besprüht. So wird jede Seite gleichmäßig belastet. Ein Produkt erfüllt die IP69K-Anforderungen erst dann, wenn es nach Abschluss des Tests noch einwandfrei funktioniert und keine schädliche Menge Wasser eingedrungen ist.
Genau aus diesem Grund ist IP69K in Branchen sehr gefragt, in denen eine gründliche Reinigung erforderlich ist. Dies zeigt sich beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung, im Viehtransport, bei Baumachinen und bei anderen Anwendungen, bei denen Schmutz, Feuchtigkeit und Reinigung zusammenkommen.
Was sind IP-Schutzklassen?
IP steht für „Ingress Protection“ (Eindringschutz). Diese Kennzeichnung gibt an, inwieweit ein Gehäuse vor dem Eindringen von festen Fremdkörpern, Staub und Wasser schützt. Die erste Ziffer gibt den Schutz vor Staub und Berührung an. Die zweite Ziffer bezieht sich auf Wasser.
Wichtig zu wissen: IP69K ist in Bezug auf die Staubdichtigkeit nicht „höher“ als IP67 oder IP68. Bei all diesen Klassifizierungen sorgt nämlich bereits die erste Ziffer 6 für vollständige Staubdichtigkeit. Der Unterschied liegt vor allem in der Art und Weise, wie die Wasserbeständigkeit geprüft wird.
Der IP-Wert sagt übrigens nichts über die mechanische Schlagfestigkeit aus. Dafür gibt es die separate IK-Klassifizierung. Insbesondere bei Beleuchtung, die regelmäßig mit heißem Wasser oder unter hohem Druck gereinigt wird, ist es daher ratsam, nicht nur auf die Lichtleistung zu achten, sondern auch auf den richtigen Schutzgrad.
Der Unterschied zwischen IP69K und IP69
IP69 und IP69K werden in der Praxis oft synonym verwendet, doch technisch gesehen gibt es durchaus feine Unterschiede. IP69K stammt ursprünglich aus der deutschen Norm DIN 40050-9 und wurde später in die Norm ISO 20653 für Straßenfahrzeuge aufgenommen. IP69 wurde in die IEC 60529 aufgenommen, die umfassendere internationale Norm für IP-Schutzarten.
Die Prüfbedingungen sind sehr ähnlich: heißes Wasser mit einer Temperatur von 80 °C bei einem Druck von 80 bis 100 bar. Dennoch unterscheiden sich die Anwendungsbereiche:
- IP69K findet vor allem bei Straßenfahrzeugen, Transportausrüstung und schweren industriellen Anwendungen Anwendung.
- IP69 wird häufiger in allgemeinen industriellen Anwendungen wie dem Maschinenbau und der Verfahrenstechnik eingesetzt.
Bei der Fahrzeugbeleuchtung ist IP69K am häufigsten anzutreffen, da diese Kennzeichnung den praktischen Anforderungen im Transportsektor besser entspricht. Ist in der Produktspezifikation lediglich IP69 angegeben, kann der Schutzgrad vergleichbar sein. Dennoch ist es ratsam, zu prüfen, auf welcher Norm die Prüfung genau basiert.
Der Unterschied zwischen IP68 und IP69K
IP68 und IP69K werden oft in einem Atemzug genannt, doch sie prüfen unterschiedliche Aspekte. Bei IP68 geht es um lang andauerndes Eintauchen unter Bedingungen, die der Hersteller selbst festlegt. Bei IP69K hingegen geht es um kurzzeitige, starke Beanspruchung durch heißes Wasser unter hohem Druck.
Das bedeutet auch, dass eine Klassifizierung die andere nicht automatisch ersetzt. Eine Leuchte mit IP69K ist daher nicht zwangsläufig für das Eintauchen geeignet. Umgekehrt gilt dasselbe: Eine Lampe mit Schutzart IP68 ist nicht automatisch gegen Hochdruckreinigung beständig. Aus diesem Grund finden Sie bei professioneller Fahrzeugbeleuchtung häufig eine doppelte Schutzartangabe, wie beispielsweise IP68/IP69K.
Möchten Sie die Unterschiede zwischen diesen Schutzklassen genauer betrachten? Dann lesen Sie auch den vollständigen Leitfaden zu den IP-Werten.
Praktischer Vorteil: Heißes Wasser unter hohem Druck belastet Gehäuse und Dichtungen auf ganz andere Weise als stehendes Wasser oder das Eintauchen. Daher sagt eine gute Leistung nach IP68 noch nichts über das Ergebnis eines 9K-Tests aus. Und umgekehrt gilt genau dasselbe.
Wo wird IP69K eingesetzt?
IP69K wird häufig in Situationen eingesetzt, in denen Fahrzeuge und Maschinen regelmäßig gründlich gereinigt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Viehtransporte, landwirtschaftliche Fahrzeuge, die Lebensmittelverarbeitung, Reinigungsfahrzeuge und Baumaschinen. Insbesondere an Orten, an denen die Beleuchtung direkt mit Schlamm, Streusalz, Staub und starken Wasserstrahlen in Berührung kommt, macht diese Schutzklasse einen entscheidenden Unterschied.
Bei der Fahrzeugbeleuchtung geht es häufig um Arbeitsscheinwerfer, Fernscheinwerfer und Rückleuchten, die an empfindlichen oder stark beanspruchten Positionen montiert sind. Bitte beachten Sie, dass eine IP-Schutzklasse ausschließlich Auskunft über den Schutz vor Staub und Wasser gibt. Für die gesetzlich vorgeschriebene Lichtfunktion ist weiterhin eine entsprechende ECE-Zulassung erforderlich.
IP69K ist kein Marketingbegriff, sondern ein strenger Praxistest für Produkte, die einer Reinigung mit heißem Wasser unter hohem Druck standhalten müssen.
Häufig gestellte Fragen zu IP69K
Was bedeutet IP69K?
IP69K ist eine Schutzklasse für Geräte, die vollständig staubdicht sind und einer Reinigung mit heißem Wasser unter hohem Druck standhalten. Der Test erfolgt mit 80 °C warmem Wasser bei 80 bis 100 bar und ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen eine intensive Reinigung üblich ist.
Ist eine IP69K-Lampe auch für das Eintauchen geeignet?
Nein, nicht automatisch. IP69K prüft die Beständigkeit gegen Hochdruckreinigung mit heißem Wasser. Für das Eintauchen beachten Sie bitte IP68. Wenn Sie beide Sicherheitsmerkmale kombinieren möchten, wählen Sie eine Leuchte mit einer doppelten Klassifizierung wie IP68/IP69K.
Ist IP69K dasselbe wie IP6K9K?
In der Praxis ist dies fast immer der Fall, doch die formale Bezeichnung in der Norm ISO 20653 lautet IP6K9K. IP69K ist die gängige Schreibweise, die Sie in vielen Produktspezifikationen finden. Überprüfen Sie daher stets, welche Norm der Hersteller genau verwendet.
Ist IP69K für Fahrzeugbeleuchtung vorgeschrieben?
IP69K ist keine gesetzliche ECE-Zulassung für eine Lichtfunktion. Es handelt sich um eine Produktspezifikation zum Schutz vor Staub und Wasser unter extremen Reinigungsbedingungen. In Branchen, in denen Fahrzeuge intensiv gereinigt werden, wird diese Klassifizierung jedoch häufig als praktische Anforderung angesehen.
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